Der Siberian Husky

 

Unter den Schlittenhunden zählt der Siberian Husky zu der beliebtesten Rasse. Abgesehen von seiner hervorragenden Eignung als Rennhund auf den europäischen Pisten ist sein attraktives Aussehen oft Grund für den Wunsch, einen solchen Hund zu besitzen. Der Farbkontrast seines Fells, die schrägen, lausbubenhaften Augen, in den ungewöhnlichen Farbvarianten blau, braun oder marmoriert, lassen diesen Hund als etwas Besonderes erscheinen. Der Siberian Husky ist eine durchweg freundliche Rasse, die ohne Aggressionen dem Menschen gegenüber geboren wird. In seinem durch Selektion unter extremen Umweltbedingungen bei höchsten Anforderungen erworbenen Wesen ist der Siberian Husky immer noch ein Zug- und Arbeitshund. Der Drang zum Laufen und Erobern, sein. starker Jagdtrieb und seine Unabhängigkeit lassen ihn keinen bequemen Begleiter sein.

Um 1909 in Alaska an dem "All Alaska Sweepstake"-Rennen teilzunehmen, hatte der russische Pelzhändler Goosak diese Hunde aus Sibirien mitgebracht. Im Verhältnis zu den einheimischen Schlittenhunden in Alaska wirkten die Siberian Huskies klein und forderten den Spott der Bewohner heraus, die sie als "sibirische Ratte" bezeichneten. Goosaks Gespann belegte wider Erwarten den dritten Rang. Damit begann der Siegeszug dieser verhältnismäßig zierlichen, robusten Hunde. lm Jahre 1910 krönte John Johnson das Image dieser Rasse, aIs er den Rekord bei. den Sweepstakes aufstellte, der erst 1983 gebrochen werden konnte! Mit Siegen in den Rennen von 1915, 1916, und 1917 setzte Leonard Seppala den Triumphzug des Siberian Husky fort. Als in den 50er und 60er Jahren in Nordamerika die Siberian Husky-Zucht aufblühte, wurden auch die ersten Exemplare nach Europa importiert. Bei der Suche nach artgerechten Aufgaben lag die Verwendung in Schlittenhunderennen nach amerikanischem Vorbild nahe. Innerhalb kurzer Zeit wurden Schlittenhunderennen zu einem beliebten Sport. Die Zahl der Siberian Huskies stieg in diesem Zusammenhang sprunghaft an.


Dt.Ch.(DCNH) Candy of Pit Henry, Foto: Pfaff

Das Erscheinungsbild des Siberian Husky ist im Rassestandard beschrieben als das eines mittelgroßen Arbeitshundes, flink und leicht auf den Füßen, frei und elegant in der Bewegung. Sein mäßig kompakter, dicht behaarter Körper, die aufrecht stehenden Ohren und die buschige Rute sind Zeichen der nordischen Herkunft. Seine charakteristische Gangart ist flüssig und scheinbar mühelos. Er ist nach wie vor äußerst fähig, seine ursprüngliche Funktion als Schlittenhund zu erfüllen und zieht leichtere Ladung mit mäßiger Geschwindigkeit über große Distanzen. Seine Körperproportionen und seine Körperform widerspiegeln dieses grundlegende Gleichgewicht von Kraft, Geschwindigkeit und Ausdauer. Die Rüden der Rasse Siberian Husky sind maskulin, aber nie ungeschliffen-grob, die Hündinnen sind feminin, jedoch ohne Schwachheit der Struktur. Ein Siberian Husky in guter Kondition hat eine kräftige und gut entwickelte Muskulatur und kein überflüssiges Fett. Das Fell, ein sogenannter Doppelmantel aus Unterwolle und Grannenhaaren, ist dicht und weich. Die gut behaarte Rute wird sichelförmig über den Rücken getragen, wenn der Hund sich präsentiert. Der Kopf ist edel geformt mit mandelförmigen, schräg eingesetzten Augen von interessiertem, freundlichem Blick und mittelgroßen, aufrecht stehenden Ohren. Die Farben des Siberian Husky variieren von rein weiß bis rot und schwarz mit allen erdenklichen Zwischenstufen. Verbreitet sind die weißen Abzeichen ("Maske") am Kopf. Die Augenfarbe ist blau, braun oder marmoriert. Verschiedenfarbige Augen sind zulässig. Die Bewegung des Siberian Husky wirkt mühelos, wenn er frei oder an loser Leine läuft, jedoch kraftvoll bei der Zugarbeit.


Dt.Ch.(VDH) Innisfree City Cowboy, Foto: Kistemann/Monville

Der Siberian Husky variiert im Gebäude von mäßig kompakt (nicht stämmig) bis mäßig gestreckt. Seine Knochen sind von mittlerer Stärke. Die Schulterhöhe liegt bei Rüden zwischen 53 und 59 cm, bei Hündinnen 50 und 56 cm. Dabei schwankt das Gewicht zwischen 20 und 27 kg, beziehungsweise 15 und 22 kg. Auf Zuchtschauen ist der Siberian Husky, der Nordische, der am häufigsten vertreten ist, was natürlich auch mit seiner relativ großen Verbreitung zusammenhängt. Um in der Zucht aber auch auf die Überprüfung des Wesens und insbesondere der Leistungsbereitschaft (Arbeitswilligkeit). der Hunde zu achten, hat der DCNH eine Leistungsprüfungsordnung für Schlittenhunde entwickelt, durch welche diese Merkmale einerseits gefördert und andererseits begutachtet werden können.

Über eine Eigenschaft des Siberian Husky muß sich der Liebhaber der Rasse aber besonders im klaren sein: Er ist im ganz ausgeprägten Maße ein Rudelhund. Einem Besitzer jedoch, der ihm eine artgerechte Haltung bieten kann, der seine Wesensart versteht und der seinem großen Bewegungsdrang gerecht wird, ist er ein unvergleichlicher Begleiter und Freund.

Quelle: DCNH e.V.